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Die teuersten Irrtümer der Telefonnutzer

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Mehr als 600 Euro Schaden je Stunde beim Telefonieren

Die teuersten Irrtümer der Telefonnutzer

 

Nicht nur Internetnutzer, sondern auch "Nur-Telefonkunden" wenden sich beinahe täglich mit extrem hohen Rechnungen an die Verbraucherzentrale des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

"Sind die Kosten pro Minute Telefonieren denn nicht begrenzt – auf 1,99 Euro oder auf 2,99 Euro?" wundert sich mancher, der für 5 Stunden Telefonieren mehr als 3000 Euro zahlen soll. "Schön wär´s" fällt dem Verbraucherschützer dazu ein. Leider legen sich weder die Betrüger noch die das Inkasso betreibenden Telekommunikationsunternehmen derlei Grenzen auf. Und auch der Gesetzgeber hielt eine solche Begrenzung bisher nicht für notwendig. Wie die Betrüger, unterstützt durch die schlagkräftige – legale – Inkassotätigkeit großer Telekommunikationsunternehmen, tausende Euro von arglosen Telefonnutzern abzocken, ist seit Jahren den einschlägigen Strafurteilen zu entnehmen. Inzwischen kann man dort auch nachlesen, dass die Täter Strafnachlass erhalten, weil die Sache gar zu einfach ist. "Mildernd ist berücksichtigt worden, dass offenkundig ohne weitere Eingangs- und sodann Folgeprüfungen die Service-Nummern zur Verfügung gestellt wurden und dass das bestehende Telekommunikationsnetz mit seinen Freiräumen die gegenständlichen Taten in nicht unerheblicher Weise mit veranlasst hatte" (Amtsgericht Kamenz 5 LS 240 Js 19546/02). Es dürfte kaum verwundern, dass die Betrüger, die durch die Telekommunikationsunternehmen geschaffenen "Freiräume" nutzen, um sich und damit den Telekommunikationsunternehmen Einnahmen zu Lasten der Telefonkunden verschaffen.

?Wenn ich denn nur beweisen könnte, dass die hohe Rechnung auf Betrug beruht, würde die Telekom nicht weiter versuchen, das Geld bei mir für den Betrüger einzutreiben.? Wer so denkt, kennt die Deutsche Telekom AG schlecht. Die Telekom verteidigt sich in konkreten Fällen gegen den Vorwurf, Geld für einen Betrüger zu kassieren, da ja noch gar nicht bewiesen sei, dass es sich im konkreten Falle um eine Straftat handele. Wer aber daraus den Schluss zieht, dass die Telekom bei Vorlage eines entsprechenden rechtskräftigen Strafurteils nicht weiter gegen den Betrogenen vorgeht, der irrt. Er muss vielmehr mit dem zynischen Rat rechnen, sich sein Geld doch vom Betrüger zurückzuholen.

"Strafanzeige bringt nichts, die Polizei verschafft mir das Geld auch nicht zurück." Zwar bringt in der Tat die Polizei das Geld nicht zurück. Engagierte Staatsanwälte und Strafrichter haben jedoch die Möglichkeit, beim Täter vorhandene Beute und anderes Vermögen zugunsten des Betrogenen zu sichern. Nur so hat der Betrogene überhaupt eine realistische Chance, ohne unkalkulierbares Kostenrisiko zumindest einen teilweisen Schadensersatz zu erlangen.

?Es muss in jedem Falle gezahlt werden?, so befürchtet mancher Verbraucher, der Entsprechendes in einem Formschreiben der für die Telekom und T-mobile tätigen Rechtsanwaltskanzlei lesen musste. Erst jüngst schrieb ein Gericht der  Deutschen Telekom AG, als diese ein Opfer eines Mehrwertdienst-Betrügers auf Zahlung verklagt hatte, ins Urteil: "Die Klägerin muss sich … den Inhalt und die Akquisitation und das Zustandekommen der Mehrwertdienstgespräche zurechnen lassen … kann sich nicht darauf berufen,

unabhängig von … dem Inhalt des Mehrwertdienstes und dessen Zustandekommen Gebührenansprüche zu haben." Dann wies das Gericht mit eindringlichen Worten darauf hin, was es bedeuten würde, wenn es der Argumentation der Telekom folgen würde: "Dem Verbraucher würden … sämtliche Einreden des BGB abgeschnitten werden. Er wäre recht- und schutzlos einer Forderung der Klägerin ausgesetzt." (AG Parchim 4 C 1041/02)

Damit es nicht soweit kommt, ist den Betroffenen zu empfehlen, sich rechtzeitig beraten zu lassen. Die Verbraucherzentrale kann zurzeit eine solche Beratung im Rahmen eines durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projektes besonders qualifiziert anbieten.

 

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