Werbung

LG Coburg (1HK O 37/07) penetranten „Werbe-Klingel-Terror“ braucht der Verbraucher nicht hinzunehmen

Werbung

Wenn Telefonwerbung nervt

Zu den Möglichkeiten eines Verbrauchers, sich gegen unerwünschte Werbeanrufe zur Wehr zu setzen

Kurzfassung : Wer kennt das nicht: Ungebetene Anrufer behelligen einen mit allen möglichen Angeboten in Sachen Telekommunikation, Geldanlagen oder Versandhandel. Diesen mitunter penetranten "Werbe-Klingel-Terror" braucht der Verbraucher aber nicht hinzunehmen. Er kann sich vielmehr – zum Beispiel mit Hilfe der Verbraucherzentralen – effektiv zur Wehr setzen.

Das zeigt eine jetzt rechtskräftige Entscheidung des Landgerichts Coburg. Einem Versandhaus wurde verboten, Verbraucher bei deren privaten Telefonanschlüssen anzurufen, um ihnen Kaufverträge anzubieten. Ausnahme: Es liegt eine vorherige Einwilligung des Kunden vor. Bei Zuwiderhandlung drohen dem Unternehmen jetzt jedes Mal bis zu 250.000 € Ordnungsgeld.

Sachverhalt: Obwohl sie es nicht wollte, wurde die Kundin eines Versandhauses immer wieder mit Werbeanrufen bedrängt. Es nutzte auch nichts, dass sie die jeweiligen Anrufer aufforderte, das zu unterlassen. Als sie sich nicht mehr zu helfen wusste, wandte sie sich an die Verbraucherzentrale. Diese schickte dem Unternehmen eine Abmahnung und verklagte es auf Unterlassung derartiger Anrufe. Und zwar nicht nur bei der speziellen Kundin, sondern bei allen Verbrauchern, die nicht in Werbeanrufe eingewilligt haben.

Gerichtsentscheidung: Mit Erfolg. Das Landgericht Coburg untersagte dem Beklagten solche Anrufe bei Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 €. Der Behauptung des Versandhauses, man habe nur wegen einer früheren Bestellung nachfragen wollen, schenkte es schon wegen der Vielzahl der Anrufe und nach Anhörung der angerufenen Verbraucherin keinen Glauben. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die Kundin durch die Werbeanrufe unzumutbar belästigt worden war. Als nicht ausreichend sah es an, dass sich das Unternehmen freiwillig verpflichten wollte, die spezielle Verbraucherin nicht mehr anzurufen. Gegenüber allen anderen Verbrauchern wäre damit ein wettbewerbswidriges Verhalten nämlich nicht ausgeräumt gewesen.

Fazit: Der Kunde ist nach wie vor König und dem „Telefonterror“ seiner „Untertanen“ (der Unternehmen) nicht schutzlos ausgeliefert.

 (Landgericht Coburg, Urteil vom 13. Dezember 2007, Az: 1HK O 37/07; rechtskräftig)

 http://www.justiz-coburg.de/prinf392.htm

Werbung

5 Kommentare zu LG Coburg (1HK O 37/07) penetranten „Werbe-Klingel-Terror“ braucht der Verbraucher nicht hinzunehmen

  1. 01805990,,, und 0180599,,, rufen täglich an.Heute sogar zweimal mit diesen zwei Nummern. Gehört angeblich zu Versandhaus K,,,. Ist pure Belästigung
    Diese Versandhäuser gehören geschlossen

  2. Eine gute Informationsquelle bei unbekannten Anrufen ist http://www.anruf-info.de
    Ich schaue inzwischen direkt nach, wer da gerade anbimmelt und bin so oft gut vorbereitet, wenn mir wieder jemand etwas verkaufen oder meine Bankdaten will.
    Die Videos von Klaus sind der Kracher, da musste ich doch oft schmunzeln. So kann man natürlich auch prima reagieren – aber wer ist schon so cool und kann das so durchziehen?

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Zur Werkzeugleiste springen