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Betrügerisches Gewinnspiel – Festnahmen und Durchsuchungen in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern

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Betrügerisches Gewinnspiel – Festnahmen und Durchsuchungen in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern

Gemeinsame Meldung mit der Staatsanwaltschaft Berlin

Heute ab 6 Uhr haben Ermittler des Dezernates für organisierte Wirtschaftskriminalität beim Berliner Landeskriminalamt unter Federführung der Berliner Staatsanwaltschaft wegen betrügerischer
Gewinnspiel-Angebote umfangreiche Durchsuchungen und mehrere Festnahmen in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern durchgeführt.

Durchsucht haben die 161 Beamten aus Berlin sowie 19 Ermittler aus Bayern und Nordrhein-Westfalen 13 Wohnungen und Einfamilienhäuser, 12 Callcenter und andere Firmen sowie eine Rechtsanwaltskanzlei.
Zudem haben sie Haftbefehle gegen fünf Personen sowie dingliche Arreste vollstreckt. Bei den festgenommenen Beschuldigten handelt es sich um
deutsche Staatsangehörige im Alter von 42, 39, 27, 69 und 25 Jahren.

Die Ermittlungen richten sich gegen Verantwortliche eines als Dienstleister für Gewinnspielanbieter auftretenden Charlottenburger Unternehmens, das nach gegenwärtigem Ermittlungsstand seit seiner
Gründung im März 2009 unter Ausnutzung des automatisierten Lastschriftsystems weit über Hunderttausend Personen aus dem gesamten
Bundesgebiet betrügerisch um monatliche Beträge von zwischen 39, Euro und 59,- Euro für die Teilnahme an Gratis-Gewinnspielen, überwiegend mit Ramsch-Charakter, erleichtert haben und dadurch Gewinne in Höhe von mindestens einer Million Euro erzielt haben soll.

Gegenstand der Haftbefehle sind über 250.000 Fälle des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges, wobei bislang aber nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Geschädigten namhaft gemacht werden konnte

Die mutmaßlichen Betrugserlöse des Unternehmens liegen mit großer Wahrscheinlichkeit erheblich über der Arrestsumme von über zwei Millionen Euro.

Tatplangemäß soll das Charlottenburger Unternehmen mit verschiedenen sich als Anbieter von Gewinnspielen ausgebenden Callcentern mit Sitz in
Nordrhein-Westfalen und in der Türkei mit Namen wie „Spiel Total 2009“, „Deutsche Gewinnbank“, „Winn Club“ und „GewinnExpress 24“ zusammengearbeitet haben.
Die Callcenter sollen dem Charlottenburger Unternehmen tatplangemäß in erheblichem Umfang Personal- und Bankdaten vermeintlicher Kunden zur
Verfügung gestellt haben, die sie aus bislang im einzelnen nicht bekannten Datensammlungen unbefugt übernommen oder im Verlauf aufgedrängter Telefonate durch geschickte Gesprächsführung erlangt haben
sollen. Bei den „Kunden“ handelt es sich in der Regel um ältere, mit dem Lastschriftverfahren wenig vertraute und insoweit unbeholfene Menschen, die teilweise aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes nicht mehr handlungsfähig und in einigen Fällen sogar längst verstorben waren.
Zudem soll den Beschuldigten bekannt gewesen sein, dass die vermeintlichen Kunden bestenfalls unvollständig und irreführend über die Spielbedingungen informiert worden waren.

An die „Kunden“ soll das Charlottenburger Unternehmen sodann im Namen der gewinnspielanbietenden Callcenter Serienbriefe mit weitestgehend einheitlichem Layout versandt haben, in denen den Geschädigten die Teilnahme an einer mehrmonatigen Gewinnspiel-Vereinbarung mit „mindestens 200 der besten Gewinnspiele Deutschlands“ vorgespiegelt wurde. Anschließend sollen die Beschuldigten für das Charlottenburger
Unternehmen im Lastschrifteinziehungsverfahren solange monatliche Beträge zwischen 39,- Euro und 59,- Euro von den Konten der vermeintlichen Kunden abgebucht haben, bis diese sich mit Kündigungen,
Widersprüchen und Rückbuchungen zur Wehr setzten. Zum Teil wurden Widersprüche ignoriert und mit der Einschaltung von Inkassobüros zur Beitreibung beantwortet.

Die Ermittlungen richten sich zudem gegen die Betreiber des Gewinnspiels KLEEBLATT4U, bei dem in ähnlicher Weise von Berlin aus bundesweit vorgegangen und ein Inkassounternehmen und die nun durchsuchte Anwaltskanzlei mit der Einziehung der Monatsbeiträge beauftragt worden
sein soll.
Die Ermittlungen dauern an.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/300381/index.html

 

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